Was passiert beim Lernen und Umlernen im Gehirn?
Unser Gehirn besteht aus 100 Milliarden Nervenzellen, die miteinander verschaltet sind. Man spricht auch vom neuronalen Netzwerk. Mit Hilfe der Nervenfortsätze werden Informationen weitergeleitet, bewertet und verarbeitet. Wenn wir neu lernen, entstehen neue Verbindungsbahnen. Diese Bahnen werden mit zunehmender Übung stärker - vergleichbar einem Trampelpfad, der mit zunehmender Benutzung schließlich zum breiten Weg wird.
Haben wir uns bereits eine Denk- und Verhaltensgewohnheit angeeignet, dann bahnen wir beim Umlernen einen neuen Weg und die alte Bahn wird quasi von Unkraut überwuchert und zerfällt. Durch Lernen gestalten wir unser Gehirn zum Teil neu.
Es macht also Sinn, z.B. Angst auslösende Gedanken und Bilder bewusst zu verändern und neues Verhalten einzuüben. Indem wir ganz bewusst in die Situationen gehen, die wir bisher gemieden haben, machen wir neue Erfahrungen - dass wir nämlich die Situationen und unsere dort auftretenden Gefühle aushalten können. Wir können auch die Erfahrung machen, dass die Angst nachlässt. Und nach häufigem Üben haben wir dann eine neue stabile Nervenbahn aufgebaut. Unsere Angstreaktionen in den betreffenden Situationen treten nur noch ganz selten oder gar nicht mehr auf.

