Wie Sie mit einem drohenden Panikanfall umgehen können


Eine Panikattacke ist ein Zustand intensiver Angst. Sie beginnt abrupt und völlig unerwartet und erreicht innerhalb weniger Minuten ihren Höhepunkt. Sie dauert einige Minuten an, nur selten aber länger als 30 Minuten. Die Panikattacke wird begleitet von unterschiedlichen Körpersymptomen, die jedoch nicht alle bei jedem Menschen mit einer Panikstörung auftreten und die auch nicht alle als gleich bedrohlich erlebt werden.

Sie haben eine ganze Reihe von Möglichkeiten, mit einem drohenden Panikanfall zu umgehen.

  • 1. Lassen Sie die Panikattacke zu.

Panikattacken bei körperlich gesunden Menschen sind ungefährliche Ereignisse, die keine negativen Folgen haben, nicht schädlich sind und von alleine wieder aufhören!

Deshalb ist die beste und wirkungsvollste Reaktion bei einer Panikattacke:
Lassen Sie die Panikattacke zu, so unangenehm sie auch sein mag; sie geht nicht nur vorüber, sie ist auch völlig ungefährlich. Sie ist eine ganz normale Körperreaktion.

  • 2. Begegnen Sie dem Hyperventilieren durch eine tiefe langsame Atmung.

Nähere Informationen hierzu finden Sie in den Selbsthilfe Informationen Hyperventilation.

  • 3. Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf etwas Neutrales.

Ein Panikanfall beginnt in aller Regel mit leichter Angst oder Besorgnis aufgrund der Wahrnehmung körperlicher Symptome und deren Bewertung als gefährlich. Durch Ihre Bewertung der Symptome als gefährlich, kommt es zu einem Aufschaukeln der Symptome und damit zu einer Verstärkung Ihrer Angst. D.h. Ihre Angst baut sich langsam auf. Diese Tatsache können Sie nutzen, um einen Panikanfall abzuschwächen oder zu verhindern.
Sie haben etwa 30 Sekunden Zeit – beginnend von der Wahrnehmung der ersten Symptome, um einen drohenden Panikanfall im Keim zu ersticken. Beispielweise können Sie zur Ablenkung eine Rechenaufgabe lösen, mit jemandem telefonieren oder sich die Nummernschilder vorbeifahrender Autos einprägen.

  • 4. Verändern Sie Ihren Atemrhythmus.

Setzen Sie die Spontanentspannungs-Technik ein. Nähere Informationen hierzu finden Sie in den Selbsthilfe Informationen Atemübung.

  • 5. Setzen Sie Ihre Energie in Bewegung um.

Bewegen Sie sich - gehen Sie z.B.  im Zimmer oder wo Sie sich gerade befinden, schnellen Schrittes umher, springen Sie auf der Stelle oder machen Sie Liegestütze.

  • 6. Essen Sie Nüsse oder etwas, das Sie gut kauen müssen.

Kauen baut Stress ab und hilft nachweislich bei der Reduktion von Angst.

  • 7. Trinken Sie etwas Erfrischendes wie kaltes Wasser.
  • 8. Schnalzen Sie mit einem Gummiband.

Ablenkung von den Katastrophengedanken und Gefühlen verschafft auch ein Gummiband am Arm. Sobald die Angst in Ihnen hoch kriecht, lassen Sie das Gummi mehrmals schnalzen, so dass Sie einen leichten körperlichen Schmerz verspüren.


Wenn die Angst vor den Panikanfällen und Panikanfälle zu einem häufigen oder gar ständigen Begleiter in Ihrem Leben geworden sind, dann wenden Sie sich bitte an einen Psychotherapeuten. Psychotherapeuten in Ihrer Nähe finden Sie hier.


Je früher Sie eine Psychotherapie machen, umso besser und schneller können Sie sich von Ihrer Angst befreien.

Es gibt Hilfe, wirkungsvolle Hilfe. In ca. 80 % der Fälle werden Betroffene nach einer Psychotherapie panikanfallfrei. Lassen Sie sich helfen und befreien Sie sich aus dem Gefängnis der Angst.


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