Wie entstehen unsere Gefühle?

Wenn ich Sie fragen würde, wie Ihr Ärger entsteht, dann würden Sie mir wahrscheinlich antworten. "Ganz einfach, ich ärgere mich, wenn mir etwas nicht passt." Sie sehen den nörgelnden Partner, das ungehorsame Kind, die ungerechte Kritik des Chefs oder den trödelnden Autofahrer vor Ihnen als Auslöser für Ihren Ärger.

Sie sind der Meinung, dass andere Ihnen Angst machen oder Sie traurig machen können. Sie glauben, dass bestimmte Situationen Sie aufregen oder krank machen.

Sie sind überzeugt, dass andere Sie verletzen oder aufregen können.

Wenn nun aber andere die Auslöser für Ihre Reaktionen wären, dann hätten Sie keinen Einfluss auf Ihre Gefühle. Die anderen könnten negative Gefühle in Ihnen hervorrufen, wann immer sie wollten. Sie wären das Opfer Ihrer Lebensumstände und Ihres Umfelds.

Gott sei Dank ist dem nicht so. Wir haben alle ein Wörtchen mitzureden bei unseren Gefühlen.

Schon vor 2000 Jahren lehrten die Stoiker:
Nicht die Dinge beunruhigen die Menschen, sondern ihre Meinung über die Dinge. Wenn wir also auf Schwierigkeiten stoßen, in Unruhe und Kümmernis geraten, dann wollen wir die Schuld niemals auf einen anderen schieben, sondern nur auf uns selbst, das heißt auf unsere Meinung von den Dingen.

Anders ausgedrückt: Sie fühlen, wie Sie denken.

Es ist immer Ihre ganz persönliche und subjektive Bewertung, die Sie einer Sache beimessen, die darüber entscheidet, wie Sie sich fühlen. Nur so ist es zu erklären, dass zwei Menschen ein und dieselbe Erfahrung machen und dennoch verschieden darauf reagieren.

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