Vorteile und Nachteile des Mentalen Trainings

 

Die Vorteile des Mentalen Trainings

Ein Vorteil des Mentalen Trainings besteht darin, dass wir auch dann üben können, wenn sich hierfür im Alltag zu wenig Gelegenheit bietet - wie z.B. wenn wir uns auf eine Prüfung vorbereiten oder wenn das Training zu kostspielig wäre. Es wäre recht umständlich, kostspielig und aufwändig, wenn wir z.B. lernen wollten, unsere Flugangst zu überwinden, und hierfür häufig fliegen müssten.

Wir können das Mentale Training überall und jederzeit praktizieren. Jeden Gedanken, jedes Gefühl und jede Verhaltensweise können wir im Geist bewusst trainieren und uns schneller zur Gewohnheit machen.

Wir können uns auch auf unterschiedliche Schwierigkeiten, die in der Situation auftreten könnten, in der Phantasie vorbereiten.

Durch das Mentale Training können wir neue Gewohnheiten in Denken, Fühlen und Handeln schneller aufbauen. Indem wir uns immer wieder ausmalen, wie wir in einer bestimmten Weise handeln, stärken wir unseren Glauben, dass wir tatsächlich so handeln können.

 

Die Nachteile des Mentalen Trainings

Unser Gehirn bemerkt den Unterschied nicht, ob wir uns etwas nur vorstellen oder ob wir es tatsächlich erleben. Schon alleine unsere Vorstellungen führen zu Veränderungen in unserem Körper. Erfahrung ist Erfahrung. Und das kann weit reichende Folgen haben.

Immer dann, wenn wir uns etwas "Schlimmes" ausmalen oder uns Sorgen machen, erleben wir dann auch genau dieselben Gefühle, als wenn wir das "Schlimme" tatsächlich erlebten. Durch das Mentale Training können wir uns praktisch Tag und Nacht darin trainieren, Angst, Ärger, Kränkung, Hass, Eifersucht, usw. zu empfinden. Wir können uns Katastrophen ausmalen, die gar nicht stattfinden. So stellen sich z.B. eifersüchtige Menschen immer wieder vor, wie ihr Partner fremdgeht. Menschen mit einer sozialen Phobie stellen sich vor, wie andere über sie lachen werden. Wer unter einer Panikstörung leidet, ist Spezialist darin, sich auszumalen, dass die nächste Panikattacke bestimmt kommt und er ihr hilflos ausgeliefert ist.

Und das Tragische dabei ist: Wenn wir uns etwas ausmalen, was gar nicht eintreffen wird, werden wir uns so fühlen, als ob es bereits eingetroffen ist. Wir haben umso mehr Angst vor dem erneuten Eintreffen und versuchen mit allen Mitteln, dies zu vermeiden.

Ein weiterer Nachteil des Mentalen Trainings ist, dass unser Gehirn keine Verneinungen entschlüsseln kann. Wenn ich Sie z.B. auffordern würde, nicht an einen blauen Eisbären zu denken, was würde dann zuerst in Ihrer Vorstellung erscheinen? Natürlich ein blauer Eisbär. Erst dann würden Sie sich daran erinnern, dass Sie sich keinen blauen Eisbären vorstellen sollten. Dann müssen Sie aber erst mühsam überlegen, was Sie sich stattdessen vorstellen wollen. Einen roten Eisbären, einen Blauwal .....? Das kostet Zeit und Energie.

Deshalb ist es wichtig, dass wir unsere Gedanken positiv formulieren und uns immer konkrete positive Bilder ausmalen. Sagen Sie sich also immer ganz konkret genau das, was Sie denken, vorstellen, tun und sagen möchten. Nutzen Sie keine Verneinungen wie "Ich möchte nicht ... tun.", "Ich möchte keine Angst oder Wut haben.", "Ich möchte nicht zittern."

Sagen und stellen Sie sich stattdessen vor: "Ich möchte ganz ruhig bleiben und meine Rede halten." "Ich möchte selbstsicher sein und mit fester Stimme Nein sagen.", "Ich möchte meine Anspannung mit einer Atemübung abbauen.", usw.

Von Nachteil ist es für uns auch, wenn wir uns erst in der Phantasie ausmalen, dass eine schlimme Katastrophe kommen wird, uns dadurch in Panik versetzen, und dann die Phantasie abbrechen. Das bedeutet, wir nehmen uns die Hoffnung und den Glauben, dass wir die Situation bewältigen können.

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