Wie Sie als Betroffener in Ihrer Partnerschaft reagieren könnten
Seelische Krisen und Erkrankungen können zu jedem Zeitpunkt unseres Lebens auftauchen – also auch während der Partnerschaft. Wenn Sie im Augenblick an einer Angststörung erkrankt sind, dann hat dies höchstwahrscheinlich auch einen großen Einfluss auf Ihre Rolle als Partner. Vielleicht hatten Sie zuvor die Rolle des selbstbewussten Menschen, der alle aufkommenden Probleme lösen kann, eingenommen. Nun sind Sie hingegen mehr oder weniger auf die Hilfe Ihres Partners angewiesen.
Mit vielen wechselnden Gefühls- und Reaktionsmustern können Sie auf Ihre Angsterkrankung reagieren, welche sich dann wiederum auf Ihren Partner auswirken können:
- Sie lassen sich ganz in die Rolle des Hilfesuchenden fallen, bemitleiden sich und geben sich auf. Ihr Partner fühlt sich vielleicht überfordert, Sie immer wieder aus dem Loch zu befreien.
- Sie verurteilen sich für Ihre Angst und dies äußert sich auch darin, dass Sie phasenweise die Hilfe Ihres Partners ablehnen. Er kann nicht einschätzen, wann Sie seine Hilfe benötigen und wann er sich lieber zurücknehmen soll.
- Sie schämen sich für Ihre Angst und Ihre momentane Unfähigkeit, mit dem Leben klar zu kommen. Deshalb ziehen Sie sich vom Partner zurück und dieser fühlt sich dadurch abgelehnt.
- Sie hassen sich für Ihre Abhängigkeit vom Partner und sind sehr gereizt Ihrem Partner gegenüber. Er leidet unter Ihren Stimmungsschwankungen.
- Sie sind enttäuscht von sich und verbittert. Ihr Partner kann Ihnen nichts mehr Recht machen.
- Sie fühlen sich unverstanden, wollen aber, dass Ihr Partner endlich versteht, was mit Ihnen ist.
- Ihre Gedanken kreisen nur noch um Ihre Angst. Es gibt keinen Platz mehr für die Bedürfnisse Ihres Partners. Ihr Partner fühlt sich vernachlässigt.
- Sie können den Beruhigungen Ihres Partners nicht vertrauen. Ihr Partner fühlt sich in Frage gestellt und hilflos.
- Sie greifen zu Beruhigungsmitteln oder Alkohol, um wieder „normal“ zu funktionieren. Unter den Auswirkungen hat Ihr Partner zu leiden.
Haben Sie sich in einigen der Gefühls- und Reaktionsmuster wieder erkannt?
Dann ist es wichtig, dass Sie sich zunächst einmal mit diesen Gefühls- und Reaktionsmustern annehmen. Wer angstkrank ist, mit sich und seinem Leben unzufrieden und verzweifelt ist, der hat kaum Kraft, sich um die Bedürfnisse seiner Umwelt, insbesondere die des Partners zu kümmern. Er kämpft um sein Überleben.
Überlegen Sie sich, wie Sie sich von Ihrer Angsterkrankung befreien können. Wollen Sie Ihren Partner entlasten, indem Sie sich eine Unterstützung in einer Selbsthilfegruppe oder bei einem Psychotherapeuten suchen? Hier finden Sie Adressen von Psychotherapeuten in Ihrer Nähe.

