Welche Folgen eine Psychotherapie für Sie als Partner haben kann
Vielleicht ist Ihr Partner zu dem Punkt gekommen, sich eine psychotherapeutische Unterstützung zu holen. Nun ist er in Psychotherapie und geht regelmäßig zu seinen Therapiesitzungen. So sehr Sie vielleicht eine Psychotherapie herbeigesehnt haben, so kann doch auch die Psychotherapie Ihre Partnerschaft erheblich beeinflussen.
Zuerst hat die Angst des Partners Ihre Partnerschaft erheblich beeinflusst und nun ändern sich Ihre Rollen erneut. Vielleicht ist sein Therapeut nun plötzlich ein Teil der Partnerschaft und Sie hören nur noch von Ihrem Partner: "Mein Therapeut hat gesagt, dass.....", "Mein Therapeut meint aber..."
Ja, vielleicht machen Sie nun plötzlich scheinbar alles falsch und Ihr Partner erzählt Ihnen immer wieder, dass sein Therapeut Ihr Verhalten nicht gut finden würde. Sie könnten den Therapeuten Ihres Partners schließlich sogar als Gegner sehen.
Im Verlauf seiner Therapie können z.B. bei Ihnen folgende Gedanken und Gefühle auftauchen:
- Sie fühlen sich in Frage gestellt, wenn der Therapeut Ihres Partners plötzlich sagt, dass Sie ihm nicht mehr wie bisher helfen sollen.
- Sie fühlen sich überflüssig, weil Ihr Partner seine Probleme jetzt mit seinem Therapeuten bespricht.
- Sie sind eifersüchtig, weil der Therapeut viel Privates von Ihrem Partner erzählt bekommt.
- Sie sehen allen Einsatz, den Sie bisher für Ihren Partner geleistet haben, abgewertet.
- Sie fühlen sich gekränkt, weil Ihr Partner jetzt auf Rat des Therapeuten hin all das tut, was Sie ihm schon immer gesagt haben, er aber nie getan hat.
- Sie verspüren Neid, weil Sie im Gegensatz zu Ihrem Partner niemanden zum Besprechen Ihrer Gedanken und Gefühle haben.
- Sie sind ärgerlich, weil es immer noch nur um Ihren Partner geht.
- Sie fühlen sich verunsichert oder ärgerlich, wenn Sie sich gemäß den Vorgaben seines Therapeuten verhalten, und dafür Trotz und Widerstand von Ihrem Partner ernten.
- Sie sind traurig, weil Ihr Partner Sie nun nicht mehr so stark braucht und wieder Wege alleine geht.
- Sie haben Angst, Ihren Partner zu verlieren, weil er sich nicht nur im Bereich seiner Ängste verändert.
- Sie wissen nicht so recht, wie Sie sich auf die Veränderungen Ihres Partners einstellen sollen.
- Sie machen den Therapeuten schlecht oder werten den Therapieerfolg ab, weil Sie sich bedroht fühlen.
Eine Psychotherapie kann also neben den positiven Effekten auch "Sand ins Getriebe" der Partnerschaft bringen.
Für Sie und Ihren Partner ist es an diesem Punkt wichtig, über Gefühle und Erwartungen zu sprechen – am besten nicht als Vorwurf, sondern nur als Beschreibung und Wunsch - z.B.: "Ich sehe das so.... und deshalb fühle ich mich....." oder "Ich fühle mich... und ich wünsche mir..."

