Häufige Fragen von Angst Klienten
Ist Angst gefährlich?
Angst als solche ist nicht gefährlich, aber die Beschwerden können sehr unangenehm sein. Auch die mit der Angst verbundenen Körperreaktionen wie Herzrasen oder kurzzeitiges Aussetzen des Herzschlags sind ungefährlich.
Andererseits ist jede Angstreaktion eine Art Stress für den Körper. Wenn wir uns permanent in Angst versetzen, dann ist unser Körper auch in einem Dauerstress und der kann zu körperlichen Beschwerden führen wie etwa zu hohem Blutdruck, Magenbeschwerden, usw. Informationen zu den Stress-Symptomen.
Ist ein Leben ohne Angst möglich?
Nein, ein Leben ohne Angst ist nicht möglich und auch nicht sinnvoll. Selbst Extremsportler, Seilartisten oder Stuntmen haben Angst, und das ist gut so. Die Angst bewahrt sie vor unvorsichtigen Aktionen und führt dazu, dass sie sich bestmöglich vorbereiten, um die Risiken so klein wie möglich zu halten.
Wann ist Angst gesund?
Angst ist dann gesund, wenn sie uns vor körperlichem und seelischem Schaden bewahrt, indem wir aufgrund der Angst sehr vorsichtig sind oder etwas erst gar nicht tun, was uns Schaden an Leib und Seele zufügen könnte. So ist es durchaus sinnvoll, als Frau Angst zu haben, nachts alleine im Wald oder in einem einsamen Stadtpark spazieren zu gehen. Auch vor Prüfungen ist eine gewisse Angst durchaus wichtig, da die Angst, durchzufallen, uns veranlasst, uns gut auf die Prüfung vorzubereiten.
Die Angst kann ein guter Berater sein, wenn sie uns auf eine reale Gefahr aufmerksam macht und wir durch sie animiert werden, vorsichtig zu sein.
Die Angst kann aber auch ein schlechter Berater sein, nämlich dann, wenn wir überhaupt nicht in Gefahr sind und uns nur einbilden, in Gefahr zu sein, und dann, wenn wir unsere Bewältigungsstrategien unterschätzen. Dann macht es keinen Sinn, auf die Angst zu hören und uns durch sie einschränken zu lassen.
Müssen wir die Ursachen der Ängste kennen, um sie überwinden zu können?
Nein, es ist nicht notwendig, die Ursachen zu kennen - ganz abgesehen davon, dass man bei vielen Ängsten keine eindeutigen Ursachen finden kann. Meist kommen mehrere Faktoren zusammen, die dann schließlich eine Angsterkrankung auslösen – z.B. eine erhöhte Angstbereitschaft, negative Erfahrungen in der Kindheit, Überlastung und eine aktuelle Krise.
Moderne psychotherapeutische Verfahren, insbesondere die Strategien der kognitiven Verhaltenstherapie, können helfen, Ängste abzubauen, auch ohne deren Ursachen zu kennen. Für manche Menschen mag es hilfreich sein, wenn sie wissen, woher ihre Probleme rühren, notwendig ist diese Kenntnis nicht unbedingt.
In der Therapie wird meist zweigleisig verfahren. Es werden Strategien vermittelt, wie Betroffene ihre Ängste bewältigen können, und man sucht nach Ursachen und Auslösern für die Angst.

