Wie Sie die zweite Regel für gesundes Denken anwenden
Die zweite Regel für gesundes Denken lautet:
Gesundes Denken hilft Ihnen, sich so zu fühlen und zu verhalten, wie Sie es möchten.
Der häufigste Grund, warum Menschen in eine Therapie gehen oder ihr Leben verändern wollen, ist der, dass sie sich nicht so fühlen, wie sie sich fühlen möchten.
Negative Gefühle sind wie körperliche Schmerzen ein Warnzeichen. Während körperliche Schmerzen Ihnen gewöhnlich anzeigen, dass in Ihrem Körper etwas nicht richtig funktioniert, sind negative Gefühle ein Hinweis darauf, dass Sie etwas negativ bewerten.
Wenn Sie sich für einen Versager halten oder sich als minderwertig ansehen, dann ist es vollkommen normal, dass Sie deprimiert sind. Wären Sie bei solch negativen Gedanken guter Dinge, dann wäre das ein sicherer Hinweis darauf, dass etwas mit Ihrem Gehirn nicht in Ordnung ist. Solange Sie sich bei solchen und anderen negativen Gedanken auch schlecht fühlen, sind Sie höchstwahrscheinlich völlig gesund und normal.
Negative Gedanken verhindern aber auch, dass Sie sich so verhalten können, wie Sie es möchten. Sie führen dazu, dass Sie vielleicht "Ja" sagen, obwohl Sie eigentlich "Nein" sagen möchten, oder dass Sie Ihre Meinung nicht sagen oder Ihre Wünsche nicht äußern, weil Sie befürchten, abgelehnt oder ausgelacht zu werden.
Eine andere Auswirkung negativen Denkens kann sein, dass Sie nicht das tun, wozu Sie Lust haben, weil Sie befürchten, von anderen kritisiert zu werden, und dass Sie sich nicht durchsetzen können. Negative Gedanken erschweren es Ihnen auch, Neues zu wagen oder friedlich mit Ihren Mitmenschen zu leben.
Wenn Sie sich besser fühlen wollen und mehr von dem tun möchten, was Sie für richtig und gut halten, dann müssen Sie Ihr Denken verändern. Stellen Sie sich die Frage:
"Hilft mir der Gedanke, mich so zu fühlen und zu verhalten, wie ich es möchte?"
Ist die Antwort "Nein", dann verbannen Sie diesen Gedanken aus Ihrem Kopf.
Es genügt jedoch nicht, einen negativen, übertriebenen Gedanken aus dem Kopf zu verbannen, Sie benötigen auch noch einen alternativen Gedanken. Nach einem positiven hilfreichen Gedanken suchen Sie mit der Frage:
- Wie muss ich denken, um mich so zu fühlen und zu verhalten, wie ich es möchte?
Bevor Sie die Frage beantworten können, müssen Sie sich klar darüber werden, welches Ziel Sie erreichen möchten. Hierbei sollten Sie vor Augen haben, was Sie ganz persönlich erreichen möchten, aber auch welche Konsequenzen dies möglicherweise bei Ihrem Umfeld haben könnte. Ziele, die anderen schaden oder unerwünschte Konflikte mit ihnen auslösen, sollten Sie sich nicht auswählen.
Haben Sie eine passende Antwort auf diese Frage gefunden, ersetzen Sie den negativen Gedanken durch diesen eher positiven oder realistischen Gedanken – wann immer Sie daran denken.
Dieser neue hilfreiche Gedanke ist auch die Basis für Vorstellungsübungen. Näheres hierzu finden Sie in den Selbsthilfe Informationen Mentales Training.

