Was bedeutet das ABC der Gefühle für unseren Alltag?
Unser Denken bestimmt unser Fühlen. Diese Erkenntnis bedeutet, dass wir für unsere Gefühle verantwortlich sind und auf diese einen Einfluss haben.
Dies hat Vor- und Nachteile für uns. Der Vorteil ist: dies bedeutet eine große Befreiung für uns, denn gleichgültig, wie andere uns behandeln oder wie die Umstände sind, können wir doch im Gleichgewicht bleiben. Der Nachteil dieser Sichtweise ist: wir können anderen nicht mehr die Schuld für unsere Unzufriedenheit und unser Unglücklichsein geben.
Das ABC der Gefühle bedeutet nicht, dass wir alles erdulden und immer nur unsere Bewertungen verändern sollen. Wo es möglich und sinnvoll für uns nicht, können wir uns selbstverständlich auch dafür entscheiden, die Situation zu verändern, und so unser Problem lösen.
Manchmal haben wir jedoch keinen Einfluss auf die Situation, dann ist das ABC der Gefühle für uns ein großer Hoffnungsschimmer: Wir können dann auf jeden Fall immer noch unsere Bewertung verändern und uns auf diesem Weg zu einem neuen Gleichgewicht verhelfen. Das ist z.B. bei einer Trennung, einem Trauerfall, einer schweren chronischen Erkrankung oder einer Entlassung der Fall.
Unsere Einstellungen sind ein mächtiges Instrument, das ebenso wirksam wie eine Beruhigungstablette oder eine Droge sein kann.
Wir sind nicht Opfer unserer Gefühle, sondern die Verursacher. Wir können zwar nicht alles beeinflussen, was uns widerfährt, aber immer unsere Art und Weise, wie wir damit gedanklich umgehen.
Viktor Frankl hat das Konzentrationslager im 3. Reich überlebt. Er sagte einmal: Wir, die wir in Konzentrationslagern waren, erinnern uns an Menschen, die ihr letztes Stück Brot mit anderen teilten. Diese Menschen sind der Beweis dafür, daß man dem Menschen alles wegnehmen kann bis auf das eine: die letzte aller menschlichen Freiheiten, die Freiheit, in jeder Situation seine Einstellung zu wählen.
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