Welche Behandlungsmöglichkeiten von Angststörungen gibt es?
In der Behandlung von Angststörungen zeigen die kognitive Verhaltenstherapie und Konfrontationstherapie große Erfolge.
Die therapeutischen Strategien, die eingesetzt werden, sind abhängig von der jeweiligen Angststörung. Folgende Methoden können z.B. zum Einsatz kommen:
- Konfrontationstherapie
Wenn wir die Situationen, vor denen wir Angst haben, meiden, hat sich insbesondere die Konfrontationstherapie bewährt. Es geht in der Konfrontationstherapie darum, die Vermeidung von Situationen, in denen die Angst auftritt, aufzugeben. Indem wir uns den Situationen stellen, in denen die Angst auftritt, können wir erleben, dass die Situationen in Wirklichkeit nicht gefährlich sind und wir in der Lage sind, diese zu bewältigen. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie in dem Artikel Konfrontationstherapie und in den PDF-Selbsthilfe-Informationen zu den einzelnen Angststörungen.
- Selbstinstruktionstraining
Wir können uns durch negativen Gedanken noch ängstlicher machen oder im Gegensatz durch positive Gedanken die Angst abbauen. Beispielweise können uns die folgenden Selbstinstruktionen bei der Bewältigung einer Situation helfen: "Ich schaffe das.", "Ich bin nicht in Lebensgefahr", "Die Angst geht vorüber" oder "Ich konzentriere mich jetzt auf meinen Atem und atme langsam ein und aus. Dann werde ich wieder ruhiger." Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Selbsthilfe Informationen Selbstgespräche - Autosuggestionen.
- Kognitive Therapie - Überprüfung von Bewertungen
Unser Körper reagiert auf jeden unserer Gedanken – gleichgültig, ob er einer Situation angemessen ist oder ob wir die Situation falsch einschätzen. Bei Angst sehen wir z.B. Gefahren, die Situation ist aber in Wirklichkeit ungefährlich. Oder aber wir unterschätzen unsere Fähigkeiten, die Situation zu bewältigen. In der Therapie überprüfen wir unsere Bewertungen und Schlussfolgerungen.
In der Therapie überprüfen wir auch unsere grundsätzlichen Einstellungen, z.B. wie wir über uns selbst denken und welche Erwartungen wir an andere haben. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie in den Artikeln Gefühle beeinflussen und Gesundes Denken und in den PDF-Selbsthilfe-Informationen zu den einzelnen Angststörungen.
- Mentales Training
Beim Mentalen Training trainieren wir Bewältigungsstrategien in der Phantasie. Statt uns wie beim Sorgen Katastrophen auszumalen, malen wir uns aus, wie wir eine Situation erfolgreich meistern. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie in dem Artikel Mentales Training und in den PDF-Selbsthilfe Informationen zu den einzelnen Angststörungen.
- Atemtechniken
Bei Angst beschleunigt sich automatisch und blitzschnell unser Atemrhythmus. Umgekehrt können wir uns durch bestimmte Atemtechniken wieder beruhigen. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie in dem Artikel Atemübung.
- Entspannungstechniken
Ein Teil unserer Muskulatur spannt sich bei Angst an, ein anderer Teil erschlafft. Unser Körper macht sich bereit zu Kampf oder Flucht. Durch gezielte Entspannungstechniken können wir unserem Körper quasi signalisieren, dass keine Gefahr mehr besteht. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie in dem Artikel Entspannung.
- Verhaltensexperimente
Insbesondere bei der Behandlung von Panikstörungen werden Verhaltensexperimente eingesetzt. Wir lernen z.B., wie unser Körper bei bestimmten Aktivitäten, beispielsweise beim schnellen Atmen, Drehen oder Treppensteigen reagiert. Dadurch können wir unsere Körperreaktionen besser einordnen und sehen in körperlichen Symptomen nicht mehr gleich eine Gefahr.
Auch bei den sozialen Ängsten können Betroffene Verhaltensexperimente einsetzen. Sie prüfen damit z.B. gezielt, ob ihre Vorhersagen, dass andere negativ auf sie reagieren werden, zutreffen.
Nähere Informationen hierzu finden Sie in den pdf-Selbsthilfe-Informationen zu den einzelnen Angststörungen, bei denen Verhaltensexperimente eingesetzt werden.
- Problemlösetraining
Häufig entsteht eine Angststörung während einer großen Belastungssituation oder Krise wie z.B. in Verbindung mit Partnerschaftskonflikten, Mobbing, einer Entlassung, einer Trennung oder dem Verlust eines nahen Angehörigen durch Tod. In der Therapie lernen wir, belastende Ereignisse zu verarbeite unser Selbstvertrauen zu stärken und eine neue Lebensperspektive zu finden.
- Rollenspiele
Wenn wir z.B. Angst vor Ablehnung oder vor dem Nein-Sagen haben, können wir mit Hilfe von Rollenspielen lernen, diese Angst zu überwinden. Wir machen quasi in Trockentraining, indem wir in der Therapiesitzung Situationen nachstellen und die Rolle des selbstsicheren Menschen trainieren.
- Selbstsicherheitstraining
Wenn mir nicht wissen, wie wir eigene Bedürfnisse durchsetzen, oder Angst vor der Reaktion der anderen haben, dann erzeugt dies Anspannung, Unsicherheit und Angst. Im Selbstsicherheitstraining können wir z.B. trainieren, Forderungen zu stellen oder abzulehnen, unsere Meinung zu sagen, Kontakt zu anderen aufzunehmen oder mit Lob umzugehen.
- Stressbewältigungstraining
Eine Angststörung entsteht häufig infolge einer Überforderung oder Überlastung. Als Stressoren kommen äußere und innere Stressoren infrage. In der Therapie analysieren wir zunächst einmal unsere Situation danach, wie es zu unserer Überlastung kommt. Wir prüfen, welche äußeren Belastungen wir reduzieren können und wie wir uns innerlich weniger Druck machen können.
- Achtsamkeitstraining
Wenn wir Angst haben, dann beobachten wir z.B. unsere Körperreaktionen, bewerten sie als peinlich oder bedrohlich, kämpfen gegen sie an oder malen uns Katastrophen aus. Im Achtsamkeitstraining lernen wir, unsere Gedanken, Gefühle und Empfindungen einfach nur zu beobachten, ohne sie zu bewerten oder dagegen anzugehen.
Neben der kognitiven Verhaltenstherapie und der Konfrontationstherapie werden in der Angstbehandlung auch noch weitere Verfahren erfolgreich eingesetzt, etwa die Hypnose oder das EMDR.

