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Wie wird eine spezifische Phobie behandelt?


Bei der Behandlung der spezifischen Phobien hat sich die Verhaltenstherapie bewährt. Es hängt von den einzelnen spezifischen Phobien ab, welche therapeutischen Strategien eingesetzt werden. Ziel ist es, dass wir wieder ohne Angst in die Situationen gehen können, die wir vermeiden. Normalerweise reichen zwischen 5 bis 20 Sitzungen aus, um eine spezifische Phobie zu überwinden.

Folgende Methoden können zum Einsatz kommen:

  • Systematische Desensibilisierung

Die systematische Desensibilisierung hat zum Ziel, dass wir mit der im Augenblick mit Angst verknüpften Situation wieder Gelassenheit verbinden lernen. Zunächst erstellen wir eine Hierarchie aller Situationen, die uns Angst machen, und ordnen sie danach, wie bedrohlich wir sie erleben. Dann erlernen wir ein Entspannungsverfahren wie z.B. die Progressive Muskelentspannung.

Nachdem wir uns in einen entspannten Zustand versetzt haben, beginnen wir, uns die leichteste Situation aus der Hierarchie lebendig auszumalen. Haben wir uns an diese Situation in der Vorstellung gewöhnt und empfinden kaum noch Angst, malen wir uns im entspannten Zustand die nächst schwierigere Situation in der Phantasie aus, usw.
Besonders bei Tierphobien wird diese Methode eingesetzt.

  • Konfrontationstherapie

Es geht in der Konfrontationstherapie darum, die Vermeidung von Situationen, in denen die Angst auftritt, aufzugeben. Indem wir uns den Situationen stellen, in denen die Angst auftritt, können wir erleben, dass die Situationen in Wirklichkeit nicht gefährlich sind und wir in der Lage sind, diese zu bewältigen. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie in den Selbsthilfe Informationen Konfrontationstherapie und in den PDF-Selbsthilfe-Informationen zu den einzelnen Angststörungen.

  • Modelllernen

Beim Modelllernen zeigt der Therapeut uns zunächst, wie wir uns in der gefürchteten Situation sinnvoll verhalten können. Z.B zeigt der Therapeut bei einer Spinnenphobie, wie man die Spinne mit einem Glas einfängt und nach draußen transportiert.

  • Selbstinstruktionstraining

Wir können uns durch unsere negativen Gedanken noch ängstlicher machen oder im Gegensatz durch positive Gedanken die Angst abbauen. Beispielweise können uns die folgenden Selbstinstruktionen bei der Bewältigung einer Situation helfen: „Ich schaffe das.“, „Ich bin nicht in Lebensgefahr.“, „Die Angst geht vorüber.“ oder „Ich konzentriere mich jetzt auf meinen Atem und atme langsam ein und aus. Dann werde ich wieder ruhiger.“ Ausführliche Informationen hierzu finden Sie in den Selbsthilfe Informationen Selbstgespräche - Autosuggestionen und in den PDF-Selbsthilfe-Informationen zu den einzelnen Angststörungen.

  • Mentales Training

Beim Mentalen Training trainieren wir Bewältigungsstrategien in der Phantasie. Statt uns Katastrophen auszumalen, was uns in der betreffenden Situation Schlimmes passieren könnte, malen wir uns aus, wie wir eine Situation erfolgreich meistern. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie in den Selbsthilfe Informationen Mentales Training und in den PDF-Selbsthilfe-Informationen zu den einzelnen Angststörungen.

  • Einsatz der Cyberbrille

Da viele Situationen nicht beliebig trainiert werden können, kommt auch die Cyberbrille zum Einsatz. Über die Cyberbrille werden uns unsere Angst auslösenden Situationen oder Objekte in einem Film vor Augen geführt  und wir erleben daraufhin unsere körperlichen Reaktionen und unsere Angst. Wir schauen z.B., in die Tiefe, sehen Spinnen vor uns oder sitzen in einem Flieger. Wir konfrontieren uns dann so lange mit dem Film, bis die Angst nachlässt.

  • Biofeedback

Beim Biofeedback bekommen wir durch Töne oder Visualisierungen Rückmeldungen über bestimmte Körperfunktionen wie etwa Atemfrequenz, Pulsfrequenz, Blutdruck, Hautwiderstand oder unsere Hirnströme. Wir können dadurch üben, uns bewusst zu entspannen. Das Biofeedback kann uns auch gut verdeutlichen, wie Angst erzeugende Phantasien sich im Körper auswirken.

  • Entspannungstechniken

Ein Teil unserer Muskulatur spannt sich bei Angst an, ein anderer Teil erschlafft. Unser Körper macht sich bereit zu Kampf oder Flucht. Durch gezielte Entspannungstechniken können wir unserem Körper quasi signalisieren, dass keine Gefahr mehr besteht. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie in den Selbsthilfe Informationen Entspannung.

  • Atemtechniken

Bei Angst beschleunigt sich automatisch und blitzschnell unser Atemrhythmus. Umgekehrt können wir uns durch bestimmte Atemtechniken wieder beruhigen. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie in den Selbsthilfe Informationen Atemübung.

Auch die Hypnotherapie wird in der Behandlung von Phobien eingesetzt.

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