Setzen Sie Ihren Atem zur Entspannung ein

Unser Atem ist nicht nur für die Sauerstoffversorgung zuständig. Er steht in enger Verbindung mit unseren Gefühlen und unserem Wohlbefinden. Unser Atem wird schneller, wenn wir uns ängstlich, wütend, gekränkt oder freudig erregt fühlen.

Fühlen wir uns von einem anderen bedroht, dann beschleunigen wir ebenfalls ganz automatisch unsere Atmung. Wir machen uns sozusagen bereit zu Kampf oder Flucht. Umgekehrt können wir uns  beruhigen, indem wir unsere Atmung verlangsamen und tief in den Bauch hinein atmen.

Es gibt viele unterschiedliche Atemtechniken. Ich möchte Ihnen eine Technik vorschlagen, die ohne allzu lange Übung und Zeitaufwand gut funktioniert: die Spontanentspannungs-Technik.

Diese Atemübung eignet sich besonders gut für Sie, wenn Sie zum Grübeln neigen. Durch das neutrale Zählen unterbrechen Sie Ihre Grübelgedanken und werden abgelenkt.


Hier ist die konkrete Anleitung zur Spontanentspannungs-Technik

  • Atmen Sie etwas tiefer ein, als Sie das gewöhnlich tun.
  • Dann atmen Sie in einer Bewegung wieder aus, ohne den Atem nach dem Einatmen anzuhalten.
  • Wenn Sie ausgeatmet haben, halten Sie Ihren Atem für ca. 6 - 10 Sekunden an. Finden Sie selbst heraus, welche Zeit für Sie am angenehmsten ist. Zählen Sie in Gedanken von 1001 - 1006 oder 1010 (eintausendundeins...... eintausendundzehn).
  • Dann atmen Sie wieder ein, atmen in einer Bewegung wieder aus und halten den Atem dann für weitere 6 bis 10 Sekunden.
  • Wiederholen Sie diese Atemübung für 2 - 3 Minuten bzw. solange, bis Sie sich deutlich entspannter und ruhiger fühlen.

Die Spontanentspannungs-Technik sollten Sie zunächst täglich in Ruhe und ohne Erregung am besten morgens vor dem Aufstehen und abends vor dem Einschlafen üben. Dann haben Sie die Atemtechnik auch in Stresssituationen automatisch parat, ohne sich lange besinnen zu müssen, wie sie eigentlich geht.

Sollten Sie während der Übungen durch innere negative Gedanken und Bilder oder durch Geräusche gestört werden, dann akzeptieren Sie diese Gedanken und Geräusche für den Augenblick. Lassen Sie diese einfach vorüberziehen, ohne sich intensiver damit zu befassen.

Sie können die Atemübungen auch mit Vorstellungsbildern verknüpfen Beispielsweise können Sie sich ausmalen, wie Sie beim Einatmen Kraft und Energie einatmen und wie Sie beim Ausatmen alles Behindernde und Krankhafte ausatmen.

Auch positive Formeln wie etwa "Mein Atem reinigt meinen  Körper und gibt mir Kraft" oder "Mit jedem Atemzug fühle ich mich wohler" können Sie mit dem Einatmen verknüpfen.

Es lohnt sich auf jeden Fall für Sie, sich eine Atemtechnik anzueignen. Sie haben den Atem jederzeit zur Verfügung und können mit ihm also dann auch jederzeit positiv auf Ihren Körper und Ihre Gefühle einwirken.

Wenn Sie sich lieber unter Anleitung, etwa mit einer CD, entspannen, dann schauen Sie sich hier die Informationen zur Progressiven Muskelentspannung an.

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